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Homeoffice in einer WG: Tipps und Tricks

Manche Menschen denken beim Wort «Homeoffice» an einen Unternehmer, der seine Multi-Millionen-Dollar-Geschäfte von zuhause aus mit einem bloßen Mausklick schließt. Vor allem Studenten träumen davon, nach dem Studium aus dem Homeoffice arbeiten zu können, um nicht an einen Ort gebunden zu sein. Bei der Auswahl des Arbeitgebers achten sie darauf, ob das Homeoffice angeboten wird.

In der Tat eröffnet das Homeoffice zusätzliche Möglichkeiten, welche die «klassische» Arbeitsweise nicht zu bieten hat. Obwohl das Homeoffice so viele Vorteile mit sich bringt, hat dieses auch Nachteile. Der größte Nachteil vom Homeoffice ist die fehlende Motivation und Konzentration, die im Büro deutlich besser als Zuhause ausgeprägt ist. Die häusliche Atmosphäre ist für viele Menschen oft der Grund, warum sie sich auf ihre Arbeit nicht konzentrieren können und ständig abgelenkt sind.

Ohne Uni-Bib überleben?

Mein Name ist Dascha und ich studiere Geschichte an der Universität Konstanz. Mein Studium ist sehr lese- und schreibintensiv. Das bedeutet, dass ich nur wenig Klausuren, dafür aber sehr viele Hausarbeiten und Essays schreiben muss. Um eine gute Hausarbeit zu schreiben, muss man nicht nur motiviert und gut vorbereitet an die Sache herangehen, sondern auch eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre am Arbeitsplatz schaffen. Genau das ist der Grund, warum die meisten Studenten zum Schreiben oder Lernen in die Uni-Bibliothek gehen. In einer Bibliothek darf man nicht laut sein, hat keine Ablenkung und ist mit Menschen umgeben, die ruhig und konzentriert arbeiten. Eine solche Umgebung sorgt für produktive und qualitativ hochwertige Ergebnisse. Da aber die Bibliothek wegen der Corona-Pandemie drei Semester lang geschlossen bleiben musste, konnte man seine Arbeiten nur zuhause schreiben.

Viele Studenten und Arbeitnehmer haben das Problem, dass sie zuhause sehr leicht abgelenkt werden. Das resultiert darin, dass sie mit ihrer Arbeit entweder nicht rechtzeitig fertig werden oder eine schlechte Note schreiben. Noch schwieriger wird es, wenn man nicht allein wohnt. Wer mit dem Partner, mit den Eltern oder in einer WG wohnt, muss ein Weg finden, von seinen Mitmenschen nicht abgelenkt zu werden.

Ich habe fast drei Jahre in einer WG mit zwei weiteren Mitbewohnern gewohnt. Nachdem 2020 die Pandemie gekommen war, steckten wir zuhause fest. Wir durften weder in die Uni-Bibliothek noch in ein gemütliches Café zum Lernen gehen. Die Atmosphäre zuhause war katastrophal: Alle fühlten sich voneinander genervt und eingeengt. Selbst eine normale Frage wie «hast du gerade kurz Zeit?» lenkte schon vom Arbeiten ab! Um meine Uni-Aufgaben rechtzeitig und effizient erledigen zu können, habe ich mir zwei gute Tricks überlegt, mit denen man auch in einer WG ohne eigenen Arbeitsplatz die Arbeitsstimmung aufrechterhalten kann.

Wortlose Kommunikation: Reversible Octopus

Wenn man konzentriert arbeitet, möchte man am besten nicht durch Fragen der Mitmenschen abgelenkt werden. In diesem Fall kann die wortlose Kommunikation helfen, für die das Spielzeug namens «reversible octopus» benutzt werden kann.

Ein reversible octopus hat zwei Seiten in zwei verschiedenen Farben. Eine Seite symbolisiert Zufriedenheit (der Oktopus hat einen fröhlichen Gesichtsausdruck) und die andere die Unzufriedenheit (der Oktopus hat einen bösen Gesichtsausdruck). Das Spielzeug kann an einem Ort aufgestellt werden, an dem alle WG-Mitbewohner vorbeilaufen. Die zufriedene Seite würde in diesem Fall signalisieren, dass man gerade Zeit hat; die unzufriedene Seite steht für «bitte nicht stören». Der Vorteil gegenüber einem klassischen «bitte nicht stören»-Schild liegt darin, dass der Oktopus für fast alle Situationen einsetzbar ist und an jedem Ort in der Wohnung platziert werden kann. Wichtig: Die genaue Bedeutung der Oktopus-Signale muss man im Vorfeld mit den Mitbewohnern besprechen!

Künstliche Aura des Arbeitsplatzes

Oft kann man sich zuhause nicht auf das Arbeiten oder Lernen konzentrieren, weil man keine strikte Trennung zwischen Arbeit und Freizeit hat. Das beste Beispiel ist der Tisch: Idealerweise sollte man einen Arbeitstisch haben, an dem man nur dann sitzt, wenn man arbeitet. In einer WG ist es oft so, dass man am gleichen Tisch arbeitet, isst und mit den Mitbewohnern Brettspiele spielt. Wenn man keinen separaten Arbeitstisch hat, kann man die Aura des Arbeitsplatzes künstlich erschaffen. Dafür kann man ein Gegenstand nutzen, das als Schalter zwischen der Arbeits- und Freizeitaura fungiert. Bei mir war dieser Gegenstand immer der Akkuschrauber, weil ein Akkuschrauber nur dann zum Einsatz kommt, wenn gearbeitet wird. Die Regel lautet wie folgt: Wenn der Akkuschrauber an dem Tisch steht, dürfen an diesem Tisch keine Freizeitaktivitäten (zocken, essen, Serie schauen etc.) unternommen werden. Sobald die Arbeit fertig ist, verschwindet er wieder.

Diese Methode nutzt unserer Matze ganz gerne: Nach dem Feierabend erschafft er die künstliche Aura vom Zocken! Matze hat, wie jeder anständige Gamer, zwei Tastaturen: Eine normale Tastatur für das Arbeiten und eine super-coole Tastatur für das Gamen. Am Ende des Arbeitstages schließt er seine Arbeitstastatur in die Schublade ein. Auf seinen Tisch kommt dann die Gaming-Tastatur. Diese Abwechselung sorgt dafür, dass Arbeit und Freizeit getrennt bleiben, obwohl Matze am gleichen Platz arbeitet und zockt.

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